Studie

Aktuell führen wir eine Studie durch mit dem Titel  

„Einsatz von maschinellem Lernen zur Vorhersage von Therapieverläufen bei Patienten mit einer Schädigung des Gehirns: eine explorative Datenanalyse zur Prüfung der Machbarkeit“.

Neurologische Erkrankungen verursachen motorische, kognitive und psychische Beeinträchtigungen. Sie gehören zu den häufigsten Ursachen für Behinderungen im Erwachsenenalter, beeinträchtigen ein unabhängiges Leben und stellen eine enorme gesundheitliche und volkswirtschaftliche Belastung für die Gesellschaft dar. Bis heute leiden weltweit mehr als eine Milliarde Menschen an neurologischen Erkrankungen, Tendenz steigend. Durch eine sich stetig verbessernde Intensivmedizin konnte die Überlebenschance bei schwerwiegenden Hirnschädigungen in den letzten Jahren deutlich verbessert werden. Allerdings sehen wir in der Praxis zunehmend schwer- und schwerstbetroffene Patienten, die einer Rehabilitation bedürfen – eine ganz neue Herausforderung für die Neurorehabilitation.

Neuroneum kombiniert auf Basis eines transdisziplinären Behandlungskonzepts klassische Therapiemethoden mit modernster Robotik. Die Frage, welche Therapieinhalte und Kombinationen notwendig sind, um ein bestmögliches Outcome für den Patienten zu erreichen, wurde bislang noch nicht untersucht, wissenschaftliche Analysen über interdisziplinäre Versorgungskonzepte, die klassische und robotergestützte Therapien kombinieren, gibt es noch nicht.

Mit der Studie streben wir eine explorative Analyse digitaler Daten zur Vorhersage individueller Therapieverläufe an. Erstmalig werden digitale Daten der klassischen und robotergestützten Therapie mit Techniken des maschinellen Lernens analysiert. Ziel ist die Identifizierung signifikanter Observablen und Indikatoren der Wirksamkeit des Versorgungskonzepts. Darüber hinaus werden technische und methodische Hindernisse und Risiken evaluiert und die Aussagensignifikanz bzgl. der Datenmenge eingeschätzt. Die Herausforderung besteht in der Komplexität des Rehabilitationsprozesses und der Vielzahl der Einflussgrößen, die den Rehabilitationsverlauf bedingen, verstärken oder verhindern können.

Die Ergebnisse und Erfahrungen der Studie sind sowohl von gesellschaftlicher als auch von wissenschaftlicher Relevanz. Durch effektivere und personalisierte Rehabilitationsansätze wird bestehendes Rehabilitationspotenzial stärker und schneller gehoben, der Gesundheitszustand verbessert, die Wahrscheinlichkeit der Teilhabe im familiären, sozialen und beruflichen Bereich gestärkt sowie die Kosten für Pflege, Medikamente, Folgeschäden, etc. deutlich reduziert. Die Ergebnisse der Studie können zudem in andere Forschungsbereiche wie z.B. digitale Prozessinnovationen mit effizienterer Termin- und Therapieplanung, die den Fortschritt des Patienten berücksichtigen, transferiert werden.